Provisionspflicht bei Vermittlung dynamischer Lebensversicherungen durch Versicherungsvertreter (BGH, Urt. v. 20.12.2018 - VII ZR 69/18)

Vermittelt der Versicherungsvertreter dynamische Lebensversicherungen, bei denen sich die Versicherungssumme nach dem Inhalt des Versicherungsvertrags in regelmäßigen Zeitabständen erhöht, wenn der Versicherungsnehmer nicht widerspricht, gehen die Erhöhungen auf die Vermittlungstätigkeit bei Abschluss des Versicherungsvertrags zurück und sind gemäß § 92 Abs. 2, Abs. 3 Satz 1, § 87 Abs. 1 Satz 1 HGB im Zweifel provisionspflichtig (im Anschluss an BAG, VersR 1984, 897; VersR 1986, 251) 

Ein Versicherungsvertreter hat somit grundsätzlich einen Anspruch auf Dynamikprovision, auch nach Vertragsende.

Der bislang in der Wirtschaft vertretene Standpunkt, dass eine Betreuung notwendig sei, um die Dynamikprovision zu erzielen, was jedoch nicht möglich ist, da die Betreuung nach Vertragsende nicht mehr geleistet werden kann, dürfte nicht länger haltbar sein.