Kein Anspruch eines Flugbegleiters auf volle Höhe einer mit dem Arbeitgeberverband ausgehandelten Einmalzahlung bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit in dem betreffenden Jahr (BAG, Urt. v. 15.08.2018, Az.: 10 AZR 419/17)

Anfang 2016 hatten sich der Arbeitgeberverband Luftverkehr e. V. und die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) auf eine Tarifvereinbarung verständigt, mit der die Tabelleneckwerte des Vergütungstarifvertrags für das Kabinenpersonal der Lufthansa um 2,2 Prozent erhöht wurden. Außerdem einigte man sich auf eine Einmalzahlung für das Jahr 2015 für alle Mitarbeiter in Höhe von 3.000 Euro. Mitarbeiter, die "nicht durchgehend in einem aktiven Beschäftigungsverhältnis beschäftigt" waren sollten eine anteilige Auszahlung erhalten.

Dem Kläger, der vom 1. Januar bis zum 01. Juni 2015 arbeitsunfähig gewesen war, wurden nur 1.741,67 Euro von der Lufthansa ausgezahlt. Die Airline argumentierte, er sei in der Zeit seiner Arbeitsunfähigkeit nicht in einem aktiven Beschäftigungsverhältnis gewesen, weshalb ihm die Einmalzahlung nur anteilig zustehe.

Zwar würdigte das BAG das gängige Verständnis der Arbeitsgerichte wonach nur Zeiten eines ruhenden Arbeitsverhältnisses außen vor bleiben. Entscheidend war nach dem BAG in diesem Fall aber, dass die Einmalzahlung nach dem Tarifvertrag einen Entgeltcharakter besaß und somit an eine entsprechende Zahlungspflicht des Arbeitgebers geknüpft sei.