Wer als Unfallgeschädigter darauf verzichtet, sein Auto reparieren zu lassen, kann sich auch das Geld für eine fiktive Reparatur auszahlen lassen. Dann muss er sich aber auch auf die günstigste Werkstatt verweisen lassen (BGH, Urt. v. 25.09.2018)

Wenn nach einem Verkehrsunfall das Auto nicht so schwer beschädigt ist und seine besten Tage vielleicht ohnehin hinter sich hat, entscheidet sich mancher gegen eine Reparatur und lieber für das Geld im Wege einer fiktiven Schadensberechnung. 

Ob dies wirklich sinnvoll ist, will gut überlegt sein, denn der BGH führt aus:

Zwar sei der Geschädigte "sowohl in der Wahl der Mittel zur Schadensbehebung als auch in der Verwendung des vom Schädiger zu leistenden Schadensersatzes frei", so der BGH. "Allerdings ist der Geschädigte nach dem in § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB verankerten Wirtschaftlichkeitsgebot gehalten, im Rahmen des ihm Zumutbaren den wirtschaftlicheren Weg der Schadensbehebung zu wählen.

In einem solchen Fall muss ein Gutachter bestimmen, was eine Reparatur des Schadens wohl gekostet hätte. Doch auch wenn dieser den ortsüblichen Durchschnittspreis zugrunde legt, muss sich der Unfallgeschädigte auf die günstigste Werkstatt im Umkreis verweisen lassen, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einer nun veröffentlichten Entscheidung. Auch Aufschläge auf die Kosten für Ersatzteile muss die Versicherung demnach nicht hinnehmen.