Ausfall einer Kapitalforderung muss steuerlich berücksichtigt werden: Enttäuschte Gläubiger müssen weniger Einkommensteuer zahlen (BFH, Urteil vom 24.10.2017, Az. VIII R 13/15)

Wer als Gläubiger sein Geld nicht zurückbekommt, muss weniger Einkommensteuer zahlen. Der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung führt zu einem Verlust, der vom Finanzamt steuerlich berücksichtigt werden muss, führt der Bundesfinanzhof in seiner aktuellen Entscheidung aus.

Im konkreten Fall hatte ein Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen im Jahr 2010 gut 24.000 Euro gegen fünf Prozent Zinsen verliehen. Der Schuldner hatte mehr als 19.000 Euro nicht zurückgezahlt und letztlich Insolvenz angemeldet. Das Finanzamt hatte die 19.000 Euro Einbuße nicht als Verlust anerkannt, das Ehepaar zog vor Gericht und hatte erts beim Bundesfinanzhof Erfolg.

Laut Bundesfinanzhof hat sich die Rechtslage mit der Einführung der Abgeltungssteuer 2009 geändert.

Danach gilt die früher übliche Trennung von Vermögen und Gewinnen bei der Versteuerung von Kapitalerträgen nicht mehr. Laut Bundesfinanzhof müssen die Finanzämter endgültig nicht zurückgezahlte Kredite steuerlich ebenso anerkennen wie Verluste beim Verkauf von Forderungen.