BGH: Berechnung des Zahlungsrückstands für Kündigung eines Mietvertrags nicht auf Grundlage der (berechtigt) geminderten Miete, sondern anhand der Gesamtmiete

Ist durch Auflauf eines Zahlungsrückstands des Mieters in der in § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a oder Buchst. b BGB genannten Höhe ein Recht des Vermieters zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses entstanden, wird dieses nach § 543 Abs. 2 Satz 2 BGB nur durch eine vollständige Zahlung des Rückstandes vor Zugang der Kündigung ausgeschlossen (Bestätigung der Senatsurteile u.a. vom 26. Januar 2005 - VIII ZR 90/04 , WM 2005, 459 unter II 2 d bb; vom 11. Januar 2006 - VIII ZR 364/04 , NJW 2006, 1585 Rn. 10; vom 24. August 2016 - VIII ZR 261/15 , NJW 2016, 3437 Rn. 23 [jeweils zu § 543 Abs. 2 Satz 2 BGB ]).Bemerkenswert an dem Urteil des BGH vom 27.09.2017, Az.: VIII ZR 193/16 ist: Bei der Beurteilung, ob der Zahlungsrückstand des Mieters die Miete für einen Monat übersteigt ( § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a , § 569 Abs. 3 Nr. 1 Satz 1 BGB ), ist nicht auf die (berechtigterweise) geminderte Miete, sondern auf die vertraglich vereinbarte Gesamtmiete abzustellen (Bestätigung und Fortführung der Senatsurteile vom 12. Mai 2010 - VIII ZR 96/09 , NJW 2010, 3015 Rn. 41; vom 11. Juli 2012 - VIII ZR 138/11 , NJW 2012, 2882 Rn. 16).