Risikovorsorge der AG zwischen Gewinnermittlung und Rücklagendotierung

Bei den unterschiedlichen Interessenslagen – das „Unternehmensinteresse“ an der Selbstfinanzierung einerseits und dem Ausschüttungsinteresse der Aktionäre andererseits – haben Vorstand und Aufsichtsrat sorgfältig abzuwägen, ohne dass das Aktiengesetz hierfür klare Regelungen vorgibt. Selbst die Entscheidung über die offene Rücklagenbildung zu Lasten des Bilanzgewinns nach § 58 Abs. 2 AktG steht „im Ermessen“ der Verwaltung.

Um so schwieriger ist es, dieser Aufgabe in Krisenzeiten gerecht zu werden, für die die Rechtsprechung des Handlungsspielraum der Verwaltung eingrenzt auf das Ziel, das Überleben des Unternehmens zu sichern. Existenzgefährdende Entscheidungen bergen konkrete Haftungsrisiken. Hier ist im Vorfeld eine sorgfältige gesellschaftsrechtliche Beratung angebracht.